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<title>Bleichenviertel</title>
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<p>Das <b>Bleichenviertel</b> ist ein <a href="Stadtviertel" title="Stadtviertel">Quartier</a> in <a href="Mainz" title="Mainz">Mainz</a>, das am nördlichen Rande des Stadtteils <a href="Mainz-Altstadt" title="Mainz-Altstadt">Mainz-Altstadt</a> liegt. Es besteht aus Blocks eines überwiegend quadratischen Grundrisses: Die Hauptachsen bestehen aus drei Straßen, <i>Große Bleiche</i>, <i>Mittlere Bleiche</i> und <i>Hintere Bleiche</i>, die alle parallel zur ehemaligen Stadtmauer und zur <a href="Kaiserstra%C3%9Fe_(Mainz)" title="Kaiserstraße (Mainz)">Kaiserstraße</a> verlaufen. Diese werden von Querstraßen gekreuzt, zum Beispiel von der <a href="Zanggasse" title="Zanggasse">Zanggasse</a>. Hierin unterscheidet es sich deutlich von allen anderen Vierteln der Altstadt, mit Ausnahme des <a href="Lauterenviertel" title="Lauterenviertel">Lauterenviertels</a>, das erst zwei Jahrhunderte später durch Anlandung während der Rheinbegradigung neu geschaffen wurde.
</p><p>Vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert bestanden hier die „Bleichwiesen“ – ein unbebautes Gelände innerhalb der aus römischer Zeit entstandenen Stadtmauer, das von zwei Bächen durchkreuzt wurde, <a href="Zahlbach_(Mainz)#Name" title="Zahlbach (Mainz)">Zeybach</a> und Umbach. Wäsche, die in diesen Bächen gewaschen wurde, konnte auf den angrenzenden Wiesen gebleicht werden. Auch das <a href="Gerben" title="Gerben">Gerberhandwerk</a> siedelte sich in der Nähe dieser Wasserläufe an.
</p><p>Im Rahmen des <a href="Festung_Mainz" title="Festung Mainz">Festungsausbaus</a> wurde die Gegend 1656 unter der Herrschaft von Kurfürst <a href="Johann_Philipp_von_Sch%C3%B6nborn" title="Johann Philipp von Schönborn">Johann Philipp von Schönborn</a> trockengelegt und zur Bebauung freigegeben. Das Viertel lag im Schutz der Bastionen Paul, Leopold, Felicitas und Damian.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zum Rhein hin wurde es durch den alten Winterhafen (Schiffswinterung) und das Schlossviertel abgegrenzt. Zu den Bastionen hin war das Viertel durch den Schießgarten abgegrenzt. Die Straßen des Bleichenviertels liefen direkt auf das Münstertor zu, das, gedeckt durch den Hauptstein, die Straßenverbindung nach Westen herstellte. Zum Ende des Viertels gegen das Münstertor befand sich das Johanneshospital (Garnisonskrankenhaus bzw. Invalidenhaus) mit seiner Anatomie und an der Hinteren Bleiche das Lappenhaus, Militärwaschanstalt, der Bauhof und die Sattelkammer.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Zuge der Ansiedlungspolitik, die dem Bevölkerungsrückgang der Stadt während des <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Krieges</a> entgegenwirken sollte, entstand hier im Laufe der folgenden Jahre das Bleichenviertel auf seinem heutigen Grundriss. Der wirtschaftliche Fokus des neuen Stadtteils war ein Marktplatz, auf dem 1726 der Kurfürst <a href="Lothar_Franz_von_Sch%C3%B6nborn" title="Lothar Franz von Schönborn">Lothar Franz von Schönborn</a> (Neffe von Johann Philipp) einen Laufbrunnen im barocken Stil mit einem <a href="Obelisk" title="Obelisk">Obelisken</a> errichten ließ, der heute für den <a href="Neuer_Brunnen" title="Neuer Brunnen">Neubrunnenplatz</a> der Namensgeber ist.
</p><p>Als Denkmalzone ausgewiesen ist das Gebiet Große Bleiche 49/51, Bauhofstraße 1, 3/5, Mittlere Bleiche 40, Schießgartenstraße, entstanden zwischen 1742 und 1774, das sich durch zusammengewachsene Blockrandbebauung aus Adelshöfen und kurfürstlichem Marstall auszeichnet. Diese Zone ist von größter städtebaulicher Wirkung und Bedeutung durch die symmetrische Durchbildung ganzer Blockfassaden, und als hochrangiges Dokument einheitlicher Bauorganisation anzusehen.
</p><p>Heute ist das Viertel geprägt von Banken und Geschäftshäusern in der Großen Bleiche sowie von einem hohen Anteil an Migranten und internationalen Lebensmittelläden in den anderen Bleichen und Querstraßen. In dem zum Rhein gelegenen Ende des Viertels befinden sich auch einige Ministerien der <a href="Landesregierung_von_Rheinland-Pfalz" title="Landesregierung von Rheinland-Pfalz">Landesregierung von Rheinland-Pfalz</a>. Daher wird dieser Bereich oft als "Regierungsviertel" bezeichnet; wegen der Lage des Kurfürstlichen Schlosses wird der Bereich rheinseits der Bauhofstraße auch "Schlossviertel" genannt, auch weil die Mittlere und Hintere Bleiche nicht über die Bauhofstraße hinaus diese Namen tragen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach dem Kupferstich: <i>Siège de Mayence en l'année 1689.</i> von <a href="Georg_Joseph_C%C3%B6ntgen" title="Georg Joseph Cöntgen">Georg Joseph Cöntgen</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl_Anton_Schaab" title="Karl Anton Schaab">Karl Anton Schaab</a>: <i>Die Geschichte der Bundes-Festung Mainz, historisch und militärisch nach den Quellen bearbeitet.</i> Eigenverlag des Verfassers, Mainz 1835</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Helmut_Mathy" title="Helmut Mathy">Helmut Mathy</a>: <cite style="font-style:italic">Die Residenz in Barock und Aufklärung 1648-1792</cite>. In: Franz Dumont, <a href="Ferdinand_Scherf" title="Ferdinand Scherf">Ferdinand Scherf</a>, Friedrich Schütz (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Mainz – Die Geschichte der Stadt</cite>. Philipp von Zabern, Mainz 1998 (Karte: Kurfürstliche Haupt- und Residenzstadt Mainz, von Johann Peter Schunck, 1784).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Bleichenviertel&rft.atitle=Die+Residenz+in+Barock+und+Aufkl%C3%A4rung+1648-1792&rft.au=Helmut+Mathy&rft.btitle=Mainz+-+Die+Geschichte+der+Stadt&rft.date=1998&rft.genre=book&rft.place=Mainz&rft.pub=Philipp+von+Zabern" style="display:none"> </span></span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 2.2, hrsg. im Auftrag des Kultusministeriums vom Landesamt für Denkmalpflege (3. Auflage, 1997), da die Einträge zu <i>Große Bleiche</i> und <i>Neubrunnenplatz und Neubrunnenstraße</i></li></ul>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">50.002238</span><span class="longitude">8.26467</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:50.002238,8.26467"><span title="Breitengrad">50° 0′ 8,1″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">8° 15′ 52,8″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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